Warum sind Hilfsorganisationen, wie das Rote Kreuz für unsere Heimatstadt so wichtig?

Die Bad Honnefer Gliederung des Roten Kreuzes ist eine rein ehrenamtliche Hilfsorganisation. In unserem Ortsverein leisten freiwillige Helferinnen und Helfer unentgeltliche Arbeit für die Menschen in Bad Honnef und dem Siebengebirge. Wir bieten der Stadt, den Vereinen und Veranstaltern  im Siebengebirge unsere Unterstützung nicht nur bei Sanitätswachdiensten an. Vielmehr steht der Ortsverein für eine weitaus größere Unterstützung zur Verfügung. Der Ortsverein engagiert sich im Katastrophenschutz mit seinem Hauptaufgabenfeld im Betreuungs- und Verpflegungs-, Sanitätsdienst, der Jugendarbeit, dem Blutspendedienst und vielen sozialen Aufgaben.

Für die schnelle örtliche Hilfe stehen Einsatzfahrzeuge und Material im DRK Zentrum bereit. So verfügen wir über mehrere Notfallrucksäcke, automatische Defibrillatoren und weiteres medizinisches Material zur Versorgung von Verletzten zu Verfügung. Die LAger enthalten Verpflegung für rund 350 Personen. Vom kleinen Snack bis hin zur vollwertigen Mahlzeit, gekühlte Getränke sowie Kaffee und Tee für mehrere hundert Einsatzkräfte stehen 24 Stunden bereit.

Sanitätswachdienst

Ob Rock-Konzert, Straßenfest, traditionelle Martinszüge oder in der närrischen Jahreszeit. Bei vielen Veranstaltungen in und um Bad Honnef gehören die HelferInnen des Roten Kreuzes einfach mit dazu.

Egal ob kleines Wehwehchen oder echter Notfall; unser kompetentes Personal kann mit seiner modernen Ausrüstung auf jegliche Art Hilfe leisten und entscheidet, ob der Patient ambulant behandelt werden kann oder ob weitere Maßnahmen durch Rettungsdienst oder Krankenhaus erforderlich sind.

Unsere Notfallrucksäcke beinhalten alles von kleiner Wundversorgung, über Ruhigstellungsmaterial für Knochenbrüche und Verletzungen der Halswirbelsäule, bishin zu Material zur Beatmung und Infusion. Außerdem besteht bei jedem Sanitätsdienst die Möglichkeit zur Sauerstoffgabe und zur Frühdefibrillation mittels automatisertem externen Defibrillator (AED)

Dadurch kommt unseren Sanitätskräften eine wichtige Aufgabe zu: sie schließen die Lücke zwischen dem Notruf bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Wertvolle Minuten, die unter Umständen Leben retten können.

Katastrophenschutz

Der Betreuungsdienst hat innerhalb des Katastrophenschutzes die Aufgabe, bei Eintritt eines Großschadensereignisses oder dem Vorliegen einer Gefahrenlage diejenigen Menschen zu versorgen, die durch diese Situation in eine Notlage geraten sind. Im Gegensatz zum Sanitätsdienst versorgt der Betreuungsdienst dabei die unverletzten Personen beziehungsweise verletzte Personen erst nach abgeschlossener Behandlung durch den Rettungs- und Sanitätsdienst.

Zu seinen Aufgaben gehören dabei:

Fachbereich Soziale Betreuung

  • die Verteilung von Gegenständen des dringendsten persönlichen Bedarfs (Ge- und Verbrauchsgüter wie beispielsweise Hygieneartikel, Geschirr, Besteck etc.)
  • die Ausgabe von Bekleidung
  • die Registrierung von Personen
  • die Durchführung und Begleitung von Personentransporten, zum Beispiel bei Evakuierungen
  • die Betreuung besonders hilfebedürftiger Personen wie beispielsweise älterer Menschen, behinderter Personen oder Eltern mit Kleinkindern
  • die psychische Betreuung von Betroffenen

Fachbereich Unterkunft

  • die Einrichtung und der Betrieb von Behelfs- und Notunterkünften

Allein am DRK Standort in Bad Honnef stehen mehrere Mannschaftswagen, ein Einsatzleit- und Krankenwagen, ein Versorgungsfahrzeug für den Verpflegungsdienst sowie Logistik- und Kühlanhänger für die Einsatzkräfte bereit. Außerdem stehen mehrere hundert Einwegdecken, Kopfkissen und Hygienesets für Erwachsene und Kinder, 50 Feldbetten und Krankentragen im Notfall rund um die Uhr zur Verfügung.

Der Verpflegungsdienst ist ein Fachbereich des Betreuungsdienstes. Die Aufgaben liegen beim Eintritt eines Großschadensereignisses oder beim Vorliegen einer Gefahrenlage, in der Sicherstellung der Warm- und Kaltverpflegung der Betroffenen sowie der Einsatzkräfte. Die fachbereichsspezifische Ausbildung für den Verpflegungsdienst baut auf der Grundausbildung für den Betreuungsdienst auf und endet als ausgebildete Verpflegungshelfer oder Feldköche.

Im Rhein-Sieg-Kreis, werden die Einheiten des Verpflegungsdienstes, regelmäßig zur reinen Einsatzkräfteversorgung, bei kleineren jedoch lang andauernden Einsätzen (zum Beispiel: Personensuchen, Großbränden) der verschiedenen Organisationen der Gefahrenabwehr (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Hilfsorganisationen), alarmiert. Hierfür steht dem Ortsverein Bad Honnef seit 2011 ein eigener Kühlanhänger, mit ständig rund 500 Litern gekühlten Getränken zu Verfügung.

Neben der Vor- und Zubereitung der Kalt- und Warmverpflegung, kann durch den Ortsverein selbständig eine Verpflegungsausgabe für ca. 150 Personen betrieben werden. Zu diesem Zweck kann der Ortsverein ständig auf einen Vorrat von rund 20 kg Nudeln, 10 Dosen Rindergulasch, 250 Bockwürste, TK Schnitzel und Brötchen zurückgreifen. Dieses entspricht einer Versorgung von 250 Einsatzkräften oder Betroffenen. Zudem kann der Ortsverein rund 300 Einsatzkräfte mit Warmgetränken wie Tee oder Kaffee versorgen. In der Regel können nach Anforderung die ersten Einsatzkräfte innerhalb von 45 Minuten nach der Alarmierung, versorgt werden. Seit 2017 kann der Ortsverein zudem auf einen umgebauten Rettungswagen als Gerätewagen-Verpflegung zurückgreifen. Hiermit ist eine hygienische Ausgabe der Speisen und die Zubereitung von Warmgetränken und Snacks wie Bockwürstchen an jeder Einsatzstelle möglich.

Um die vielen Aufgaben sicherzustellen, hat der Ortsverein Absprachen mit mehreren Groß- und Einzelhändlern getroffen, um ggf. auch nachts dort „einkaufen“ gehen zu können.

Auch außerhalb des Siebengebirges sind unsere Kräfte bei großen Einsätzen aktiv:

Im Falle eines größeren Ereignisses, bei dem der Einsatz von Betreuungsdiensteinheiten nötig ist, rücken die Honnefer mit dem Einsatzleitwagen aus. Vor Ort treffen sie sich mit der diensthabenden Führungskraft und bilden gemeinsam die Einsatzabschnittsleitung für den Betreuungsdienst.

In unserem Fahrzeug laufen dann alle Fäden des Betreuungseinsatzes zusammen; es werden Einsatzkräfte und betroffene Personen registriert, wichtige Entscheidungen über Unterbringung und Verpflegung getroffen, sowie die gesamte Kommunikation mit übergeordneten Stellen abgewickelt. Außerdem wird der gesamte Einsatz mithilfe der zertifizierten Vordrucke dokumentiert.

Für diese Zwecke ist unser Einsatzleitwagen mit allen modernen Mitteln zur Informationsgewinnung und Kommunikation ausgerüstet. Beispielsweise ist an jedem Ort der Zugang zu mobilem oder kabelgebundenen Internet möglich. Außerdem ist ein PC und ein Drucker im Fahrzeug verbaut, mit dem vor Ort alle EDV-gestützen Dokumentationen abrufbar sind. Desweiteren wird umfangreiche Ausrüstung zur Absicherung, Kennzeichnung und Beleuchtung mitgeführt.

Um all die Technik mit Strom versorgen zu können, ist im Fahrzeug ein leistungsstarker Wechselrichter verbaut, der es ermöglicht, auch fernab einer Stromversorgung arbeiten zu können.

Die Einsatzeinheit ist eine taktische Einheit des Bevölkerungsschutzes. Sie ersetzte nach Ende des Kalten Krieges in einigen Bundesländern die früheren Katastrophenschutzzüge. Im Gegensatz zu diesen kombiniert die Einsatzeinheit die Katastrophenschutzfachdienste Betreuungsdienst und Sanitätsdienst, weshalb sie flexibler und umfangreicher einsetzbar ist.

Das in der Regel ehrenamtliche Personal wird von den verschiedenen Hilfsorganisationen gestellt. Das Material sowie die Fahrzeuge werden hauptsächlich vom Bund und den Bundesländern, teilweise aber auch von den Hilfsorganisationen selber finanziert.

Die Personalstärke der Einsatzeinheit beträgt ca. 30 Einsatzkräfte, mitunter aber auch deutlich mehr. Sie ist in die vier Teileinheiten Führungstrupp, Sanitätsgruppe, Betreuungsgruppe und Trupp Technik und Sicherheit gegliedert.

Das Rote Kreuz in Bad Honnef wirkt in der zweiten Einsatzeinheit des Rhein-Sieg-Kreises mit und stellt die Position der zweiten Betreuungsgruppe mit dem Kombi und Anhänger "soziele Betreuung"

Motorradeinheit

Bei Marathonläufen, Wandertagen, Radrennen, Stadtfesten und Festumzügen sind die Helfer der Motorradeinheit gefragte Menschen: Auch weit über die Stadtgrenzen Bad Honnefs hinaus haben sich die Vorteile der Motorradstaffel herumgesprochen. Wo Fußtrupps zu lange brauchen und Rettungsfahrzeuge nicht durchkommen sind die Motorräder in Ihrem Element: Zahlreiche Veranstaltungen im Siebengebirge, Einsätze in kilometerlangen Staus oder im unwegsamen Gelände.

Durch die Wendigkeit und hohe Offroad-Tauglichkeit sind die Helfer immer schnell zur Stelle wenn sie gebraucht werden. Die wertvollen Minuten kommen jenen Patienten zugute, die auf schnelle Hilfe angewiesen sind. Ein weiterer Einsatzschwerpunkt der Motorradeinheit sind Katastrophenschutzeinsätze wie Staubetreuungen und große Verkehrsunfälle. Die Staffel wird für Erkundung- und Botenfahrten eingesetzt.

Die Mitglieder der Einheit entschieden sich bewusst gegen eine schwere Maschine: Zu klobig für den Einsatz im Gelände. Die Wahl fiel auf eine Yamaha XT 660 R. Eine waschechte Alleskönnerin. Der starke Einzylinder wartet mit 46 PS auf. Dank stabilen Alukoffern kann das umfangreiche Equipment problemlos transportiert werden.

Zur persönlichen Schutzausrüstung der Fahrer gehören neben dem obligatorischen Helm TÜV geprüfte Kleidung, zertifizierte Schuhe und eine Kennzeichnungsweste.

Ausbildung

Das Aus- und Fortbildungsangebot für ehrenamtliche Einsatzkräfte vom DRK Bad Honnef e.V. bietet zahlreiche Möglichkeiten.

So werden z.B. einmal im Monat sogenannte Dienstabende veranstaltet, auf denen aktuelle Themen besprochen, der Umgang mit Ausrüstung und Material geübt wird und theoretische Grundlagen für alle Fachdienste besprochen werden. Daneben ist natürlich auch der soziale Aspekt der Dienstabende ein wichtiger Teil unserer Vereinsarbeit: Die Einsatzkräfte haben hier regelmäßig die Möglichkeit sich auszutauschen, erlebte Einsätze nachzubesprechen und Erlernetes an andere weiterzugeben.

Die örtliche Rot Kreuz Arbeit ist so individuell wie die Menschen selbst. Die Erfüllung der Aufgaben lebt von jeder einzelnen Persönlichkeit. Von daher ist es wichtig auf eine Vielzahl an Helfern zurückgreifen zu können - denn jeder Helfer hat seine eigenen Begabungen, Fähigkeiten und Kompetenzen. Dabei spielt das Alter keine Rolle. Die Aus- und Weiterbildung wird durch den Ortsverein veranlasst und ist kostenlos für alle Helfer. Die Aufgaben erstrecken sich von sanitätsdienstlichen Versorgungen, über Spaß an der Zubereitung von Großverpflegungen bis hin zu taktischen Führungen und technischen Fähigkeiten. Beim Deutschen Roten Kreuz kann jeder auf seine Kosten kommen:

  • Regelmäßige Ausbildungen in Erster-Hilfe und Sanitätsdienst
  • Fachausbildungen im Bereich Betreuungs- und Verpflegungsdienst, Technik und Sicherheit und viele mehr.
  • Führungskräfteausbildungen im Katastrophenschutz und Rettungsdienst
  • Möglichkeit die rettungsdienstlichen Qualifikationen "Rettungshelfer bzw. Rettungssanitäter" zu erwerben.